Diesen Sommer präsentiert Klassik Radio Select Instrumente, die unsere Musik einzigartig machen. Drei Musikerinnen geben exklusive Einblicke: Sie sind nicht nur Meisterinnen ihres Instruments, sondern auch erfahrene Lehrerinnen und teilen ihr Wissen sogar online und auf YouTube – ideal für alle, die neben dem Beruf oder später im Leben ein Instrument lernen möchten.
Das Klavier gilt als „König der Instrumente“ – nicht nur wegen seiner Größe, sondern weil es allein ein ganzes Orchester ersetzen kann. Über 200 Saiten, angeschlagen von kleinen Filzhämmern, erzeugen Töne, die von glasklar bis kraftvoll-orchestral reichen. Damit lassen sich sowohl Melodie als auch Begleitung gleichzeitig spielen – eine Fähigkeit, die kaum ein anderes Instrument so vollständig bietet.
Beim Drücken einer Taste trifft ein mit Filz überzogener Hammer auf eine Saite oder Saitengruppe. Diese Schwingung überträgt sich auf den Resonanzboden, der den Ton verstärkt und ihm Wärme verleiht. Durch die große Bandbreite – von zarten Pianissimo-Passagen bis zu fulminantem Fortissimo – eignet sich das Klavier für nahezu jede Musikrichtung: von Klassik über Jazz bis Filmmusik.
Irina Rolf, Pianistin
Irina Rolf ist Pianistin, Klavierpädagogin und Gründerin von Hobby-Piano. Schon früh entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Klavier. Nach einer klassischen Ausbildung widmete sie sich dem Unterrichten. Mit Begeisterung und Erfahrung inspiriert sie heute Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen. Auf ihrem Youtube-Kanal zeigt sie, dass Klavierspielen in jedem Alter Freude bereiten kann.
Irina Rolf hat Hobby-Piano gegründet und zeigt Erwachsenen auf der ganzen Welt, wie sie ihr Lieblingsstück – klassisch oder modern – spielen können.
„Am Klavier kann ich Gefühle in Töne verwandeln – Trauer, Freude, Sehnsucht, Hoffnung – und der Zuhörer spürt es sofort, ohne dass ich etwas erklären muss.“
"Dass Musik Brücken baut. Ich habe Schüler in verschiedenen Ländern, Kulturen und Altersgruppen – und trotzdem sprechen wir alle dieselbe Sprache: Musik.“
Beethoven zählte zu den ersten Komponisten, die das Cello in ihren Werken gezielt als Melodieinstrument einsetzten. Davor wurde das Cello lange aufgrund seines melancholischen Klangs als „Kummerkasten“ verspottet. Mittlerweile ist das Cello nicht mehr wegzudenken und begeistert als vielseitiges Solo- und Ensembleinstrument in Klassik, Pop und Filmmusik.
Das Cello gilt als das Instrument, das der menschlichen Stimme am nächsten kommt. Sein Klang ist warm und ausdrucksstark. Durch das Vibrato kann das Cello Schwingungen erzeugen, die denen der menschlichen Stimmbänder ähneln und der Musik eine besondere emotionale Tiefe verleihen. Suzanna Magyarosy beschreibt den Klang wie folgt:
"Die größte Herausforderung ist, ein wirklich solides Fundament zu entwickeln – und das hört bei den Grundlagen nie auf." Suzanna Magyarosy ist Cellistin und Gründerin der Cellowerkstatt – einem Ort für Unterricht, Austausch und Inspiration. In ihren Kursen hilft sie angehenden und fortgeschrittenen Cellisten, nachhaltige Fortschritte zu machen sowie einen ausdrucksstarken und emotionalen Klang zu finden.
"Ehrliches Feedback, Geduld und ein offenes Ohr für das, was ein Mensch musikalisch ausdrücken will. Unterricht ist für mich ein gemeinsamer Weg." In der Cellowerkstatt findet all das einen Platz.
Als Cellistin verbindet sie internationale Bühnenerfahrung mit engagierter Lehrtätigkeit: Nach ihrem Master in Music in Chicago spielte sie unter anderem im Boulder Philharmonic (Colorado), im Civic Orchestra of Chicago und in renommierten Orchestern Spaniens, Frankreichs und Portugals.
"Wie körperlich dieses Instrument ist. Man spielt nicht nur mit den Fingern, sondern mit dem ganzen Körper – mit Gewicht, mit Atmung, mit Haltung. Und je mehr man das begreift, desto schöner klingt es."
Die größte Herausforderung ist, ein wirklich solides Fundament zu entwickeln – und das hört bei den Grundlagen nie auf. Bogentechnik und Intonation sind nicht etwas, das man „einmal lernt und dann kann“, sondern lebenslange Themen. [...] Jeder Millimeter zählt, jeder Ton will bewusst geformt werden. Das alles funktioniert nur, wenn man diese technische Präzision mit innerer Freiheit verbindet. Es braucht Kraft und Loslassen zugleich, Körper, Atem und Gefühl arbeiten zusammen.
Die Querflöte kommt als einziges ohne klassisches Mundstück aus. Statt in ein Rohr oder auf ein Blatt zu blasen, wie bei Oboe oder Klarinette, wird der Ton hier durch das Anblasen eines einfachen Mundlochs erzeugt.
Der charakteristische Klang der Querflöte entsteht, wenn die Luft gegen die scharfe Kante des Mundlochs geblasen wird. Dabei verwirbelt sie sich und versetzt die Luftsäule im Inneren des Instruments in Schwingung – das Ergebnis ist der klare, helle Ton, für den die Querflöte bekannt ist. So unkompliziert wie die Mechanik der Querflöte selbst, ist auch Katja Reinbolds Credo zur Musik:
Gezielte Atemtechnik und Körperspannung sind entscheidend für den klaren Klang der Querflöte. Um dieses Wissen weiterzugeben, gründete Katja Reinbold 2020 die MehrquerCoach Agentur. Zusätzlich teilt sie auf ihrem YouTube-Kanal wöchentlich praktische Tipps zu Technik, Musikalität und Spielfreude – getragen von dem Verständnis, dass Musik nur dann lebendig wird, wenn ein Austausch stattfindet. Ihre Überzeugung ist dabei:
Musik machen ist mehr, als nur die richtigen Töne und den richtigen Rhythmus zu spielen. Auf ihrer Website erklärt Katja Reinbold, wie bereichernd aktives Musizieren sein kann – für Anfänger, Fortgeschrittene und Neugierige!
Katja Reinbold spielte unter anderen bei den Berliner Symphonikern, der Staatskapelle Berlin und war über ein Jahrzehnt als Soloflötistin am Theater des Westens in Berlin engagiert. Seit den 1990er Jahren spielt sie im Kammerorchester Unter den Linden, wo sie seit 2001 außerdem das Orchesterbüro leitet.
"Eigentlich alles, weil die Wahrnehmung eine ganz andere ist. Obwohl in beiden Fällen der auditive Sinn angesprochen wird, entfalten sich Bilder im Kopf auf eine völlig andere Weise. Ich würde sagen, Musik wirkt direkter als Worte, die zunächst begriffen werden müssen."
"Den Teamgeist. Jeder muss seine eigenen Belange zugunsten der Allgemeinheit zurücknehmen und darf sich nicht in den Vordergrund stellen. Jeder einzelne ist ein kleines Rädchen im Getriebe, das zuverlässig funktionieren muss. Nicht mehr und nicht weniger. Das gilt auch für den Dirigenten!"
Die Stille vor dem Applaus.
DEMNÄCHST: Der nächste Teil der Reihe "Instrumente (kennen)lernen" zum Instrument Klavier.
* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis